Mikronährstoffe

für Herz und Kreislauf

In einer neuen Serie möchten wir verschiedenste Mikronährstoffe, die für bestimmte Organe besonders wertvoll sind, näher vorstellen. Und da Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die Rangliste der Todesursachen anführen, haben wir für den Beginn dieser Serie auch gleich das Herz und das dazugehörige Kreislaufsystem (Arterien, Venen) gewählt.

Unsere Blutgefäße sind unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt und nicht selten kommt es im Laufe des Lebens auch zu Verkalkung und Verschluss arterieller Gefäße. Verschiedene Mikronährstoffe können diesem Prozess entgegenwirken und so helfen, Arteriosklerose und die daraus resultierenden Verschlusskrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen.

Wesentliche Ursachen für Arteriosklerose sind entzündliche Prozesse, Gefäßschäden, Ablagerungen, Schäden durch oxidiertes LDL-Cholesterin, oxidativer und nitrosativer Stress. Antioxidantien sind wichtig, um die entzündlichen Prozesse einzudämmen und Schäden durch Freie Radikale zu reduzieren. Dazu zählen vor allem die Vitamine C und E sowie Polyphenole (Anthozyane). Auch Selen, Mangan und Zink haben, als Cofaktoren der antioxidativen Enzyme Glu­tathionperoxidase und Superoxiddismutase, antioxidative Eigenschaften.

Vitamin E ist ein sehr wichtiger Nährstoff wenn es darum geht, das Herz-Kreislauf-System zu schützen. Vitamin E bewirkt eine bessere Durchblutung und ist zur Bildung von roten Blutkörperchen notwendig. Es agiert als natürlicher Blutverdünner, indem es die Wirkung des Blutgerinnungsproteins verlangsamt. Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem als Antioxidans (Zellschutzvitamin) bekannt ist. Damit schützt es das LDL-Cholesterin vor Oxidation (oxidiertes LDL-Cholesterin gilt als Ausgangsstoff für gefährliche Ablagerungen an den Gefäßwänden). Gemeinsam mit Vitamin C können Oxidationsprozesse noch stärker verhindert werden. Vitamin C schützt und stärkt die Gefäßwände, da es ein wichtiger Faktor in der Kollagenbildung ist.

Ein weiterer wichtiger Nährstoff ist Co-Enzym Q10. Es verbessert aufgrund seiner Funktion in der Atmungskette (Energieproduktion) die Herzleistung und verhindert aufgrund der antioxidativen Wirkung die Schäden durch Freie Radikale. Nach der Einnahme von Q10 steigt das Schlagvolumen und dadurch das Herzminutenvolumen an. Mit Hilfe von Co-Enzym Q10 kann der Blutdruck gesenkt, das Herz bei Herzinsuffizienz gekräftigt und Herzrhythmusstörungen vorgebeugt werden. Wer Statine zur Senkung des Cholesterin­spiegels verwendet, sollte unbedingt Q10 zu sich nehmen, da die körpereigene Synthese durch Statine reduziert wird.

Selen reduziert das Risiko für koronare Herzerkrankungen und ein Mangel kann zu Erkrankungen des Herzmuskels beitragen. Als Cofaktor der Glutathionperoxidase ist es ein wichtiges Antioxidans.

Damit das Herz-Kreislauf-System gut auf unterschiedliche Belastungen reagieren kann, braucht es auch Elektrolyte, um die kardiale Schlagkraft und die Schlagfrequenz der Belastung entsprechend anzupassen. Kalium und Magnesium sind hier unentbehrlich. Magnesium reguliert die Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen und vermindert das Risiko von Herzrhythmusstörungen. Gemeinsam mit Kalium reguliert es den Blutdruck und die Herzleistung. Personen mit Herzproblemen sollten regelmäßig die Kalium- und Magnesium-Blutwerte kontrollieren lassen, da verschiedene Medikamente hier zu Verschlechterung des Elektrolytspiegels führen können.

Vitamin B6, B12 und Folsäure sind für ihre positive Beeinflussung des Homocysteinspiegels bekannt. Sind zu wenig von diesen Vitaminen vorhanden, dann steigt der Homocysteingehalt des Blutes an und es bilden sich vermehrt Freie Radikale, die die Gefäßwände schädigen. Neu ist, dass man zu diesem Triumvirat auch noch Vitamin B3 (Nikotinsäure) aufnehmen soll. Diese senkt das LDL-Cholesterin und erhöht das HDL-Cholesterin.

Vitamin D ist allseits als Knochenvitamin bekannt. Es schützt aber nicht nur vor Osteoporose sondern auch das kardiovaskuläre System wird positiv beeinflusst. Es gibt bereits sehr viele Studien, die nachweisen, dass Vitamin D vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann. Vitamin D fördert indirekt die Elastizität der Blutgefäßwände und reduziert deren Neigung zu Entzündungen. Das gefäßverengende Hormon Angiotensin wird gehemmt. Außerdem fördert Vitamin D die Blutbildung. Damit das Kalzium in den Knochen und nicht in die Blutgefäße (Verkalkung) eingebaut wird, ist, so weisen neuere Studien nach, auch Vitamin K (vor allem Vitamin K2) notwendig. Im Blut zirkulierendes Calcium wird in kleinste Gefäßverletzungen eingebaut und arteriosklerotische Plaques entstehen. Dies kann durch ein Protein, das sogenannte MGP (ein Matrix-GLA-Protein) verhindert werden. Die Aktivität dieses Proteins hängt von Vitamin K ab. Vitamin K führt zur Carboxylierung von MGP und aktiviert es dadurch.

Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sind ebenso eine wichtige Vorbeugemaßnahme. Die ausreichende Versorgung mit DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) ist für ein gesundes Herz und elastische Blutgefäße unentbehrlich. Man findet diese Fettsäuren vor allem in Fisch. Nicht umsonst leiden Eskimos seltener an Herzinfarkt als andere Bevölkerungsgruppen.

Aber auch Vegetarier können Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Die pflanzliche Variante ALA (alpha-Linolensäure) findet sich in Leinöl, Rapsöl, Walnussöl, Weizenkeimöl und Sojaöl. In zahlreichen Langzeitstudien konnte nachgewiesen werden, dass Omega-3-Fettsäuren das schädliche LDL-Cholesterin senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Auch blutdrucksenkende (durch Hemmung des Thromboxan A, welches blutdrucksteigernd wirkt)  und antiarrhythmische Eigenschaften wurden festgestellt.

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