THEMA - Schwindel belastet den Alltag

Schwindel belastet den Alltag

Ernährung unterstützt das Gleichgewicht

Alles schwankt oder dreht sich. Die Knie zittern oder die Augen flimmern. Wer unter Schwindel leidet, hat Probleme, sich im Alltag zurechtzufinden. Menschen mit Kreislauf- oder Blutdruckproblemen ist dieser Zustand gut bekannt, aber es gibt viele Ursachen für Schwindel. Natürliche Mittel und gezielte Ernährung können Linderung bringen.

Schwindel selbst ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom unterschiedlichster Erkrankungen. Neben Kopfschmerzen gehört Schwindel zu den häufigsten neurologischen Beschwerden. Die Ursachen sind weit gefächert und reichen von Störungen des Innenohrs, über Herz-Kreislauf-Probleme (Durchblutungsstörungen, hoher oder niedriger Blutdruck), Nervenerkrankungen (Polyneuropathie, Parkinson, Multiple Sklerose), HWS-Syndrom, Stress, Depressionen bis hin zu Stoffwechselstörungen (Hypo- oder Hyperglykämie). Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten können Schwindel auslösen. Diesem Thema soll dieser Beitrag im Besonderen gewidmet sein.

Doch zuerst Allgemeines zum Schwindel. Schwindel ist eine Störung des Gleichgewichtssinns. Es kommt zu Unsicherheit beim Stehen oder Gehen, Drehgefühl, Orientierungslosigkeit und Benommenheit. Oft ist Schwindel verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder Ohrensausen. Das Gleichgewichtsorgan, auch Vestibularapparat bezeichnet, befindet sich im Innenohr. Es dient, wie der Name schon sagt, gemeinsam mit den Augen und der Oberflächen- und Tiefensensibilität, der Erhaltung des Gleichgewichts. Es umfasst 3 Bogengänge mit Sinneszellen, die im 90°-Winkel zueinanderstehen und somit die Dimensionen des Raums erfassen. Die ebenfalls zum Gleichgewichts-Organ gehörenden Vorhofsäckchen dienen der Geschwindigkeits-Wahrnehmung.

Es gibt verschiedene

Schwindelarten:

Drehschwindel: Diese Form tritt anfallsartig auf und kann wenige Sekunden bis Stunden andauern. Man hat das Gefühl, dass sich die Umgebung und der eigene Körper dreht, obwohl gar keine Bewegung stattfindet. Drehschwindel kommt vor bei Entzündungen des Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibularis), der Signale vom Gleichgewichtsorgan zum Gehirn weiterleitet. Auch Durchblutungsstörungen und Migräne können einen Drehschwindel als Symptom haben.

Lagerungsschwindel: Es handelt sich dabei um kurzfristige aber heftige Schwindelattacken, die durch bestimmte Kopfbewegungen ausgelöst werden. Im Gleichgewichtsorgan (den Vorhofsäckchen) befinden sich normalerweise winzige Kristalle (Otokonien). Lösen sich diese und gelangen in einen der flüssigkeitsgefüllten Bogengänge des Innenohrs, irritieren sie bei Kopfbewegungen die Sinneszellen. Das Gehirn erhält dadurch falsche Bewegungsinformationen.

Schwankschwindel: tritt oft aufgrund einer Verspannung der Muskulatur auf. Man fühlt sich unsicher beim Gehen und Stehen.

Psychogener Schwindel: dieser wird ausschließlich durch psychische Faktoren ausgelöst (Angst, Stress, Panikattacke) und ist meist mit erhöhter Herzfrequenz und Atemnot verbunden.

Visueller Schwindel: dieser tritt auf, wenn die Informationen, die das Gehirn von den Augen bekommt, nicht übereinstimmen mit den Informationen, die vom Gleichgewichtsorgan gemeldet werden.

ERNÄHRUNG FÜR DAS

GLEICHGEWICHTS-SYSTEM

Ein Mangel an Vitamin B12 kann allgemein zu Nervenstörungen und außerdem auch zu Störungen der Wahrnehmung im Gleichgewichtsorgan führen. Vitamin D, Magnesium und Eisen beeinflussen ebenso den Gleichgewichtssinn und das Gleichgewichtsorgan. Untersuchungen zeigen, dass ein niedriger Magnesiumspiegel mit einem erhöhten Risiko für Gleichgewichtsstörungen verbunden ist. Dies erklärt sich mit der Tatsache, dass Magnesium für die Entspannung nach der Muskelkontraktion sorgt und die Übertragung von Nervensignalen unterstützt. Ein Mangel an Vitamin D ist mit einer verringerten Muskelkraft, einem erhöhten Sturzrisiko sowie mit einem erleichterten Einwandern von Otokonien (Sinneskristalle) in das Gleichgewichtsorgan verbunden. Antioxidantien wie Selen oder Vitamin E können die vestibuläre Wahrnehmung stärken. Die Blätter des Ginkgobaumes wirken durchblutungsfördernd und beugen somit altersbedingten Durchblutungsstörungen, die Schwindel auslösen können, vor. Zudem kann Ginkgo die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn stimulieren und somit auch mögliche Ursachen von Schwindel verhindern. Ingwer ist ein traditionelles Hausmittel. Er hilft durch seine durchblutungsfördernde und magenberuhigende Wirkung bei Schwindel, der mit Übelkeit einhergeht und wird vor allem bei schwindelbedingter Reisekrankheit empfohlen. Rosmarin kann bei Schwindel, der durch niedrigen Blutdruck (Hypotonie) verursacht wird, helfen. Die ätherischen Öle dieses Küchenkrauts regen den Kreislauf an und unterstützen die Kapillar-Durchblutung im Gehirn.

Praktische Tipps zur Abhilfe
bzw. Vorbeugung einer Schwindelattacke:

Auf dem Rücken liegend die Beine hochlagern, damit die Durchblutung des Gehirns angeregt wird

Bei Lagerungsschwindel können Lagerungsübungen Erleichterung bringen (unter ärztlicher Anleitung erlernt, können sie eigenständig zu Hause durchgeführt werden)

Bei stressbedingtem Schwindel ruhig atmen und damit das Nervensystem beruhigen

Längeres Stehen vermeiden

Nicht zu rasch aus dem Bett aufstehen, sich langsam bewegen und keine zu schnellen Kopfdrehungen ausführen

Ausreichend Wasser trinken

Histaminreiche Lebensmittel (reifer Käse, Rotwein, fermentierte Produkte) meiden, da diese ebenfalls Schwindel verursachen können

Da Schwindel auch ein Symptom von schwerwiegenden Krankheiten sein kann, sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen, vor allem dann, wenn Schwindel in Kombination mit starken Kopfschmerzen, Problemen beim Sprechen und Gehen, Hörverlust oder Tinnitus auftritt oder er Folge einer Kopfverletzung ist.

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