HWS-Syndrom
Was tun bei Beschwerden im Nacken
Unter dem Begriff HWS-Syndrom versteht man Schmerzen und Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule. Sie sind meist Folge von Verletzungen oder Erkrankungen der Wirbelsäule und können vorübergehend oder dauerhaft sein. Je nachdem spricht man von akutem oder chronischem HWS-Syndrom. Bleiben die Beschwerden erhalten, so führen sie zu starken Einschränkungen der Lebensqualität.
Ursachen für das HWS-Syndrom gibt es viele. Sie reichen von Wirbelblockaden (z. B. ausgelöst durch Zugluft), Unfallverletzungen (Schleudertrauma), körperlicher Überanstrengung, angeborenen Fehlstellungen, altersbedingtem Verschleiß (Arthrose), krankhaften Knochenneubildungen, Bandscheibenvorfällen bis hin zu krankhaften Entzündungsvorgängen (z. B. Rheuma) an der Wirbelsäule. In vielen Fällen sind Fehlhaltungen der Grund für schmerzhafte Gelenksblockaden und Schulterverspannungen. Ursächlich sind hier meist langes Sitzen am Computer oder am Steuer sowie falsches Liegen. Stress und psychische Probleme können ebenso ein HWS-Syndrom auslösen.
Symptome gibt es ebenso viele wie Ursachen. Schmerzen im Nacken, Muskelverspannungen und Funktionseinschränkungen bis hin zum „steifen Hals“ sind die häufigsten. Meist strahlen die Schmerzen in den Rücken, in die Schultern und teilweise sogar in die Arme und Hände aus. Sie können so stark sein, dass jede Bewegung unmöglich wird. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Ameisenlaufen, Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Kieferschmerzen, Schluckbeschwerden und Schlafstörungen.
Ein HWS-Syndrom kommt sehr häufig vor. Man geht davon aus, dass jährlich ein Viertel aller Erwachsenen darunter leidet. Bezogen auf die Lebenszeit scheint jeder zweite Mensch mindestens einmal in seinem Leben von Nackenschmerzen mit oder ohne steifem Hals, Frauen meist häufiger als Männer, betroffen zu sein.
Je nach Ursache und Ausprägung der Symptome werden mehrere Behandlungsansätze miteinander kombiniert. Zu den Therapieformen zählen: physikalische Therapien wie Wärmeanwendungen, manuelle Therapien, Massagen, Krankengymnastik und medikamentöse Schmerztherapie. Natürlich muss auch eine zugrundeliegende Grunderkrankung entsprechend therapiert werden. Bei einem Bandscheibenvorfall kann eine Operation notwendig sein.
