AKTUELL - Gelenksschmerzen im Winter

Hautprobleme im Wechsel

Nasskaltes Wetter verschlechtert die Beschwerden

Warum sich mit sinkenden Temperaturen die Symptome von Menschen mit Rheuma und Arthrose verstärken, ist noch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich spielt die Luftfeuchtigkeit eine Rolle, denn trockene Kälte, wie in einer Kältekammer, kann hingegen die Beschwerden lindern. Dennoch heißt es nicht, bei nasskaltem Wetter drinnen bleiben – auch hier gilt, Bewegung ist wichtig.

Gelenksschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigste ist wohl die Abnützung. Mit zunehmendem Alter wird es immer wahrscheinlicher, an einer Arthrose (Gelenksabnutzung) zu erkranken. Sie kann an allen Gelenken auftreten, besonders häufig sind aber Knie, Hüfte und Schulter betroffen. Aufgrund falscher Ernährung kommt es zur zweiten Form der Gelenkserkrankungen, der Gicht. Durch einen Anstieg der Harnsäure im Blut lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken an und es kommt zu einem sehr schmerzhaften Gichtanfall. Es können alle Gelenke betroffen sein, meist ist es jedoch das Großzehengrundgelenk. Ursache der dritten Form von Gelenkserkrankungen sind Autoimmunprozesse. Das Abwehrsystem reagiert auf körpereigene Stoffe und eine entzündlich-rheumatische Erkrankung entsteht.

Patienten mit Gelenksbeschwerden haben oft Angst vor dem Winter. Teilweise steigt der Leidensdruck in dieser Zeit stark an. Warum das so ist, ist nicht eindeutig geklärt. Forscher vermuten unter anderem, dass die Ursache im Stoffwechsel liegt. Durch die Kälte wird der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Die Gelenksflüssigkeit bekommt einen geringeren Flüssigkeitsanteil, wodurch sich der Reibungsschmerz verstärkt. Die Muskeln werden weniger durchblutet, dies führt zu verspannter Muskulatur.  Feuchte Kälte wirkt negativer als trockene Kälte. Auch eine plötzliche Wetterveränderung  (Wechsel von Hoch- zu Tiefdruck­ge­biet) kann Gelenksbeschwerden verschlechtern. Es gibt Vermutungen, dass Wetterumschwünge Schmerzrezeptoren reizen und entzündete Gelenke bei abnehmendem Luftdruck leichter anschwellen.

Oft stellt sich für die Betroffenen die Frage, ob sie nicht besser mit einer Wärmeflasche im Wohnzimmer bleiben sollen, anstatt einen Winterspaziergang zu machen. Die Experten sind aber einhellig der Meinung, dass Bewegung an frischer Luft für Rheumatiker und Menschen mit Arthrose dennoch wichtig ist. Jede Bewegung hilft dabei, die Muskeln besser zu durchbluten und Schmerzen zu lindern. Einzige Ausnahme: eine akute Entzündung.

Man sollte natürlich Bewegungsarten wählen, die gelenksschonend sind. Als Ausdauertraining empfehlen die Experten regelmäßiges Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Tanzen, Gymnastik und Wassergymnastik. Findet die Bewegung an der frischen Luft statt, dann sollte man die betroffenen Gelenke vor der feuchten Kälte entsprechend schützen (z.B. Handschuhe, Thermowäsche). Nach der Bewegung im Freien kann ein Saunagang oder ein warmes, durchblutungsförderndes Bad die positiven Effekte der Bewegung noch verstärken.

Werden die Gelenksbeschwerden nicht durch Abnützung oder durch Autoimmunmechanismen (Rheuma), sondern durch die Ernährung (Gicht) verursacht, dann spielt neben der Bewegung auch die Auswahl der Nahrungsmittel eine wichtige Rolle. Gerade im Winter isst man eher fettreich. Darauf sollte verzichtet werden, ebenso wie auf Alkohol. Den Spaziergang lenken Personen mit Gicht besser Richtung Wald, als in Richtung Punschstand.

Im Winter ist das Durstgefühl nicht so hoch wie im Sommer. Daher ist es gerade in der nasskalten Jahreszeit wichtig, auf genügend Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Meist wird die Bedeutung von Wasser für den Stoffwechsel unterschätzt. Ein Brennnesseltee trägt nicht nur zur Flüssigkeitsbilanz bei, sondern wirkt auch entwässernd, entgiftend und stoffwechselanregend.

Neben schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten können auch Naturstoffe Hilfe bieten.

Weihrauch
Weihrauch (Olibanum) ist das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia), der im arabischen Raum und in Indien beheimatet ist. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Weihrauch sind in erster Linie auf die enthaltenen Boswelliasäuren zurückzuführen. Forscher haben festgestellt, dass diese die Produktion von Leukotrienen hemmen, spezielle Mediatoren (Botenstoffe), die für die Aufrechterhaltung chronisch-entzündlicher Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. In verschiedenen Studien hat die Anwendung von Weihrauch dazu beigetragen, dass Gelenksschmerzen und Schwellungen abnahmen und sich Morgensteifigkeit und das Allgemeinbefinden besserte.

Chondroitin / Mucopolysaccharide
Chondroitin gehört zu den sogenannten Glucosaminoglycanen, die auch als Mucopolysaccharide bezeichnet werden. Diese bilden u. a. die Knorpelmatrix, sind Bestandteil der Gelenksschmiere und bauen das Bindegewebe auf. Mucopolysaccharide sind gallertartige Substanzen und dienen als Schmier- und Kittstoffe. Sie verbessern die Aufnahme von Wasser in die Knorpelmasse des Gelenkes und haben auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Chondroitin wird meist aus Haifischknorpel gewonnen. Glücklicherweise gibt es auch vegane Herstellmethoden und so kann auf diesen tierischen Rohstoff verzichtet werden. PhytodroitinTM ist ein pflanzliches Chondroitin-Äquivalent, das aus Algen (Blasentang, Meersalat) hergestellt wird und reich an Mucopolysacchariden ist.

Neben Weihrauch und der auch bereits erwähnten Brennnessel sind noch folgende Heilpflanzen hilfreich: Birkenblätter, Cayennepfeffer, Teufelskralle, Weidenrinde, Wacholderbeere, Löwenzahn, Klette und noch viele mehr. So manche können als Tee, als Badezusatz, Umschlag oder in Form von Salben angewendet werden.

 

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