SERIE - Heimisches Superfood

Heimisches Superfood

Gesund, günstig, nachhaltig

Super-Food wird gleichgesetzt mit exotischen Früchten, die enorm viele und hochwirksame Pflanzenstoffe enthalten. Dabei hat aber auch unsere heimische Pflanzenwelt enorm viel zu bieten und nur „weil das Fremde lockt“, sollte man nicht auf das naheliegende vergessen. Zu den Inhaltsstoffen, die eine Frucht zum Super-Food machen, zählen z. B. auch die Antioxidantien.

Antioxidantien helfen unserem Körper, gegen Freie Radikale vorzugehen – aggressive Substanzen, die durch äußere Einflüsse (Umweltgifte, Medikamente, Sonnenlicht, Stress, Hochleistungssport, Zigarettenrauch etc.), aber auch im normalen Stoffwechselgeschehen (Energiegewinnung, Immunabwehr) entstehen und unschädlich gemacht werden müssen, da sie sonst Körperzellen angreifen und schädigen.

Den Freien Radikalen fehlt ein Elektron in ihrer chemischen Struktur und da dies ein instabiler Zustand ist, versuchen Sie, sich dieses Elektron irgendwo zu holen. Unser Körper hat so manche antioxidativen Systeme, die dafür Sorge tragen, dass Freie Radikale „entschärft“ werden. Sind sie jedoch in zu hoher Zahl vorhanden, können Zellalterung und Zellentartung die Folge sein. Antioxidantien in der Nahrung unterstützen die körpereigenen Mechanismen und tragen so zu einem „Anti-Aging-Effekt“ bei.

Eine zunehmende Zahl von fundierten wissenschaftlichen Studien belegt den Einfluss der Radikale bei den verschiedensten Krankheitsprozessen. Erkrankungen, die mit Freien Radikalen in Verbindung gebracht werden sind: Alterungsprozesse, Hypertonie, Arteriosklerose und in weiterer Folge Herzinfarkt und Schlaganfall, Katarakt (grauer Star), Diabetes mellitus, Hautalterung, degenerative Erkrankungen des Gehirns (Alzheimer, Parkinson), Immunschwäche, Rheuma, Morbus Crohn, Pankreatitis, Tumorerkrankungen. Reich an Antioxidantien sind vor allem Beeren, die eine schöne, kräftig-rote bis blau-violette Farbe haben.

Heidelbeere

Heidelbeeren sind die Früchte des Heidelbeerstrauches, der eine Wuchshöhe bis zu 50 cm erreicht. Man kennt sie auch unter dem Namen Blaubeere oder Schwarzbeere. Der lateinische Name ist Vaccinium myrtillus. Die Heidelbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen und man findet sie in schattigen Wäldern, auf Heiden und Mooren. Selbst in Höhen von 2.800 Metern können sie noch wachsen. Die Heidelbeeren sind zwar klein, aber oho – ein Super-Food par excellence. Die Heidelbeeren sind reich an Mineralstoffen (u.a. Chrom, Kalzium, Eisen, Mangan), Vitaminen, Carotinoiden, Flavonoiden und vieles mehr.

An den Inhaltsstoffen besonders hervorzuheben sind:
Anthozyane (Anthozyanoside): Diese pflanzlichen Farbstoffe (Flavonoide) sind für die blaue Farbe der Heidelbeeren verantwortlich und gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie haben hervorragende antioxidative Eigenschaften und wirken dadurch zellschützend. Anthozyane sind aber nicht nur Antioxidantien, sondern verbessern auch die Gedächtnisleistung, beeinflussen den Cholesterinspiegel positiv und fördern so die Durchblutung.

Ballaststoffe: unverdauliche Pflanzenteile in der Heidelbeere wirken sich positiv auf die Magen- und Darmgesundheit sowie auf den Blutfettspiegel aus.
Gerbstoffe: diese wirken antibakteriell und leicht entzündungshemmend

Vitamin C und E: auch diese Vitamine gehören zu den zellschützenden Antioxidantien und tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Vitamin C kurbelt zudem die Kollagenproduktion an (positiv für die Haut und Schleimhäute).

Heidelbeeren wirken gegen Entzündungen, haben antimikrobielle Eigenschaften, stärken das Gehirn, beugen Demenz vor und hellen die Stimmung auf. Paracelsus empfahl sie zur Blutreinigung und als Allheilmittel für Herz, Magen und Darm. Frische Beeren sind hilfreich bei Verstopfung, die getrockneten Beeren hingegen können bei Durchfall eingesetzt werden.

Die in den Heidelbeeren enthaltenen Pektine unterstützen die Entgiftungstätigkeit und tragen zur Senkung erhöhter Blutfettwerte bei. Die Heidelbeere ist auch hilfreich bei erhöhtem Blutzucker. Sie fördert die Ausscheidung von Insulin und steigert so die Aufnahme von Blutzucker in die Körperzellen, wo er zur Energiegewinnung verwendet wird.

Die Blaubeere ist ein Inbegriff für gesunde Augen und wird seit eh und je als wirksames Mittel gegen Augenprobleme aller Art eingesetzt. Die antioxidativen Wirkstoffe der Heidelbeere schützen die Blutgefäße und Kapillaren in den Augen vor Schädigung und stabilisieren die kleinen Blutgefäße. Somit ist die Nähr- und Sauerstoffversorgung des Auges besser gewährleistet. Außerdem sind Anthozyanoside der Heidelbeere an der Regeneration eines Netzhautpigmentes beteiligt, das für die Anpassung des Auges ans Licht benötigt wird. Die Heidelbeer-Farbstoffe verringern die Ermüdbarkeit des Auges bei Dämmerung und unterstützen die Anpassungsfähigkeit des Auges bei grellem Licht. Besonders Personen mit Nachtblindheit, Lichtempfindlichkeit und anderen Augenstörungen sollten Heidelbeeren essen.

Auch Kulturheidelbeeren haben gesundheitsfördernde Eigenschaften aber bei weitem nicht so konzentriert, wie die wildwachsenden. Die Kulturheidelbeeren sind größer, aber der gesundheitsfördernde, blaue Farbstoff sitzt nur in der Schale. Das Fruchtfleisch selbst ist weiß.
Ein kleiner Tipp für Heidelbeer-Sammler: sie mögen keinen Kühlschrank und werden dadurch leicht bitter. Daher am besten gleich verarbeiten oder einfrieren. Sie eignen sich dafür sehr gut und können dann das ganze Jahr über zum Aufpeppen der Nahrung verwendet werden.

 

© 2012 - 2023 BIOBlick - Verein für Ernährung und Gesundheit - Alle Rechte vorbehalten.