THEMA - Lebensqualität trotz Rheuma

Lebensqualität trotz Rheuma

Wenn die schmerzenden Gelenke zur Qual werden

Unter Rheuma versteht man keine „einzelne“ Erkrankung, sondern es werden darunter eine Vielzahl von Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit ziehenden, reißenden und fließenden Schmerzen zusammengefasst, die oftmals eine Bewegungseinschränkung zur Folge haben. Daher ist die korrekte Bezeichnung auch „Krankheit des rheumatischen Formenkreises“.

Zu den rheumatischen Erkrankungen zählen vier große Gruppen: die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die auf Autoimmunreaktionen zurückzuführen sind, die degenerativen rheumatischen Erkrankungen (wie z.B. Arthrose), die Stoffwechselstörungen, die rheumatische Beschwerden hervorrufen (wie z.B. Gicht) und die nicht-entzündlichen Erkrankungen der Weichteile (z.B. Fibromyalgie), auch Weichteilrheumatismus genannt. Mehr als 400 Erkrankungen werden zum rheumatischen Formenkreis gezählt. Nachfolgend beschränken wir uns auf die rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen der Gelenke.

Die rheumatischen Gelenkserkrankungen haben immer einen chronischen Verlauf mit immer wiederkehrenden Gelenksschmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung. Daher ist es wichtig, die Schmerzen in den Griff zu bekommen und die Mobilität so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Dies verbessert die Lebensqualität der Betroffenen immens.

Bei Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung sollte man die Hilfe eines Arztes oder Therapeuten suchen, denn frühzeitige Behandlung ist sehr wichtig, um den Verlauf zu verlangsamen. In der Akutphase werden Schmerzmittel verabreicht und als Dauertherapie verwendet man Basistherapeutika wie z.B. Methotrexat.
Viele Rheumatiker greifen, um Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. abzuschwächen, auf pflanzliche Mittel zurück. Dies sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt/Therapeuten erfolgen. Teufelskralle und Weihrauch sind hier besonders zu nennen, aber auch Pflanzen wie Löwenzahn, Brennnessel oder Cayenne-Pfeffer haben ihre Berechtigung.

Weihrauch (Olibanum) ist das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia), der im arabischen Raum und in Indien beheimatet ist. Den meisten Menschen wird Weihrauch heutzutage nur noch im Zusammenhang mit religiösen Riten ein Begriff sein. Doch Weihrauch hat auch noch Anderes zu bieten. In den historischen Schriften wurde Weihrauch immer wieder auch als Arzneimittel genannt. Die großen Ärzte Hippokrates, Galen und Dioskurides schätzten den Weihrauch ebenso wie die ayurvedische Medizin, die ihn seit langem bei Rheuma, Arthritis, Gicht, entzündeten Wunden und Geschwüren einsetzt.

Die entzündungshemmenden Eigenschaften sind in erster Linie auf die im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren zurückzuführen. Forscher haben festgestellt, dass diese Boswelliasäuren die Produktion von Leukotrienen hemmen. Leukotriene sind spezielle Mediatoren (Botenstoffe), die für die Aufrechterhaltung chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie z.B. Rheuma oder Colitis ulcerosa verantwortlich gemacht werden. Sie spielen auch eine Rolle bei allergischen Erkrankungen (z.B. Asthma bronchiale). Leukotriene sorgen für eine Aufrechterhaltung der Entzündung, indem sie Entzündungszellen an den Ort der Entzündung holen, Fresszellen aktivieren und die Durchlässigkeit der Gefäße erhöhen, wodurch es zu Schwellungen kommt.

Neben der Hemmung der Leukotrienproduktion kommt es auch zu einer Hemmung der Komplementreaktion. Das Komplementsystem gehört zum humoralen, unspezifischen Teil der Immunabwehr. Mit Hilfe von Weihrauch nehmen Gelenksschmer­zen und Schwellungen ab, die Morgensteifigkeit wird reduziert und das Allgemeinbefinden gebessert.

Auch die Brennnessel hat entzündungshemmende Wirkstoffe, die ebenfalls die Leukotrienproduktion aber auch andere entzündungsförderne Botenstoffe beeinflussen. Daher hat die Kommission E die Brennnessel als unterstützendes Mittel bei rheumatischen Beschwerden indiziert.
Die afrikanische Teufelskralle wird traditionsgemäß bei schmerzhaften Gelenksbeschwerden, Sehnenzerrungen und leichten Verstauchungen verwendet. Sie wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und verbessert die Beweglichkeit der Gelenke.

Die physikalische Therapie bei Rheuma besteht in Kältebehandlungen und Wärmetherapie. Im akuten Entzündungsstadium lindern Kältemanschetten, Eispackungen, kalte Güsse und Wickel die Gelenksbeschwerden. Generell kommen aber eher die wärmenden Therapiemethoden zum Einsatz. Sie dienen dazu, den Stoffwechsel anzuregen, die Durchblutung zu fördern, die Muskulatur zu entspannen und dadurch die Schmerzen zu lindern. Fango und Moor kommen hier ebenso zum Einsatz wie Güsse, Wickel, Bäder und Infrarot, Ultraschall und Hochfrequenztherapie.

Da es sich um ein chronisches Geschehen handelt, sind selten Einzeltherapiemaßnahmen zielführend. Es geht nicht nur um die Gabe von Schmerzmitteln, sondern um die Kombination verschiedenster Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Verhaltenstherapie und Entspannungstraining. Auch Psychotherapie gehört zu einer modernen Rheumatherapie dazu, denn immer mehr erkennt man, dass auch Müdigkeit und depressive Verstimmung zu den Symptomen einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung zählen. So können z.B. die an der Entzündung beteiligten Botenstoffe Depressionen auslösen und Schmerzen diese natürlich verstärken.
Besser mit Rheuma zu leben bedeutet vor allem, gezielt Vorsorge zu betreiben, damit der Schaden an den Gelenken so langsam wie möglich von sich geht und die Beweglichkeit lange erhalten bleibt. Die Lebensqualität der Rheumatiker wird deutlich gebessert, wenn Ihnen die Angst vor den Schmerzen genommen wird.

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