LEXIKON - Gelber Enzian

Gelber Enzian

Bittermittel mit Gesundheitsfaktor

Gentiana lutea, so der lateinische Name für den gelben Enzian, zeichnet sich durch äußerst positive Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt aus. Es handelt sich, anders als beim blauen Enzian, um eine ausdauernde, bis zu 140 cm hohe Staude, die aber ebenfalls im Gebirge (Europa, Türkei) beheimatet ist. Man verwendet die Wurzel des gelben Enzians, die einen großen Reichtum an Bitterstoffen aufweist.

Die in der Hauptwurzel, die bis zu einem Meter lang werden kann, enthaltenen Bitterstoffe wie z.B. Gentiopikrosid und Amarogentin machen den Gelben Enzian zu einem der stärksten Bittermittel, ähnlich wie Wermut.

Die Bitterstoffe einer Pflanze dienen dazu, sie vor Tierfraß zu schützen, jedoch auch wir Menschen profitieren von Bitterstoffen. Sie regen die Produktion von Speichel und Verdauungssäften an. Damit wird die Resorption und die Ausnützung von Nahrung verbessert. Gelber Enzian fördert im Magen die Freisetzung von Gastrin, ein Gewebshormon, das die Magensäureproduktion anregt, die Mobilität von Dünndarm und Gallenblase erhöht und die Insulinsekretion in der Bauchspeicheldrüse stimuliert.

Gelber Enzian wirkt auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes. Er hat allgemein stärkende (tonisierende) Eigenschaften und kräftigt sogar das Herz-Kreislauf-System. Nur bei hohem Blutdruck sollte man ihn vorsichtig verwenden. Gelber Enzian wirkt antimikrobiell und immunstärkend.

Bittermittel können die Blutbildung anregen und daher wird Gelber Enzian unter anderem auch bei Anämie empfohlen. Da Bitterstoffe den Geschmack von pflanzlicher Nahrung eben „bitter“ machen, werden sie leider heutzutage häufig aus den Pflanzen heraus gezüchtet und unsere Ernährung ist eher bitterstoffarm – für unserere Gesundheit wären mehr bittere Lebensmittel aber von Vorteil.

Gelber Enzian wird vor allem empfohlen bei:
●    Verdauungsstörungen
●    Appetitlosigkeit
●    Sodbrennen und Blähungen
●    Magenbeschwerden
●    Verstopfung und Durchfall
●    allgemeiner Schwäche

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