AKTUELL - Enzyme & Stoffwechsel

Enzyme

Bringen den Stoffwechsel in Schwung

Enzyme (Fermente, Biokatalysatoren) sind kompliziert aufgebaute Eiweißmoleküle, die chemische Vorgänge im Organismus beschleunigen bzw. erst ermöglichen. Im Grunde genommen brauchen wir Enzyme für alle unsere Lebensvorgänge wie zum Beispiel um unsere Nahrung zu verdauen, um Energie zu erzeugen, um körpereigene Stoffe zu produzieren und Vieles mehr.

Enzyme bestehen aus Eiweißketten und können als einfache Enzyme nur eine Proteinkette aufweisen oder auch aus mehreren zusammenhängenden Eiweißketten aufgebaut sein. Diese Proteinketten sind für jede Enzymklasse charakteristisch gefaltet. Enzyme sind nur unter bestimmten Bedingungen aktiv. Wichtig ist die optimale Temperatur. Bei Kälte werden sie inaktiviert, bei zu hohen Temperaturen zerstört. Am besten arbeiten die Enzyme bei Körpertemperatur. Ein weiterer Faktor für die Wirksamkeit von Enzymen ist der pH-Wert. Manche Enzyme sind nur bei saurem pH wirksam, manche nur im basischen.

Wie sieht eine Enzymreaktion aus?

Ein Enzym lagert sich an ein Substrat an und katalysiert eine Reaktion, wodurch sich das Substrat dann in ein anderes umwandelt (sehr vereinfachtes Beispiel Verdauung: Im Magen lagert sich Pepsin an ein Stück Fleisch, dieses wird dadurch in die Eiweißbestandteile zerlegt). Nach dieser Reaktion wird das Enzym wieder frei und bleibt unverändert. Viele Enzyme brauchen jedoch, um optimal zu funktionieren, noch etwas anderes - ein Co-Enzym. Nur mit dem Co-Enzym wird eine "optimale Passform" zwischen Enzym und Substrat erreicht. Solche Co-Enzyme sind keine Eiweißstoffe, sondern die uns allen bekannten Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Mit unserer Nahrung können bzw. könnten wir eine Unmenge an Enzymen aufnehmen. Doch da die Enzyme sehr hitzeempfindlich sind, werden sie durch das Kochen zerstört. Nur wer täglich ausreichend viel Rohkost und Obst isst, nimmt auch viel Enzyme mit der Nahrung auf.Auch wenn die Enzyme nicht in die chemische Reaktion eingehen, also wieder unverändert zur Verfügung stehen, müssen sie immer wieder ersetzt werden, da sie, wie alles im Leben, dem Alterungsprozess unterworfen sind. Manche Enzyme leben nur 20 Minuten, andere wiederum mehrere Wochen.

Enzyme sind von zentraler Bedeutung für das Immunsystem. Sie steuern das Gleichgewicht zwischen hemmenden und aktivierenden Immunreaktionen, mit denen der Körper auf verschiedenste Schädigungen wie z.B. durch Krankheitserreger, Verletzungen und Umweltgifte reagiert. Enzyme können den Ablauf von Entzündungen beschleunigen und die Symptome reduzieren. Enzyme wirken außerdem verdauungsfördernd, antiödematös, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, verhindern den „blocking factor“ (Faktoren, die Tumorzellen absondern um das Immunsystem zu blockieren), aktivieren den Tumornekrosefaktor und können den Alterungsprozess verlangsamen.

Aufgrund ihrer vielfältigen, vor allem immunregulierenden und antientzündlichen Wirkung können Enzyme bei verschiedensten Erkrankungen eingesetzt werden:
●    Verdauungsstörungen aller Art
●    Entzündungen im Bereich der Atmungsorgane, Harnwege und Haut
●    Rheumatischen Erkrankungen
●    Venenentzündungen (Thrombose)
●    Ödemen entzündlichen Ursprungs
●    Verletzungen
●    Arthritis und Arthrosen
●    Unterstützend in der Krebstherapie

In der Enzymtherapie werden vor allem Hydrolasen verwendet. Dazu gehören Proteinasen, Lipasen und Amylasen. Durch die vielfältige abbauende Wirkung können krankmachende Substanzen, krankhaftes Gewebe, Ablagerungen und giftige Abbauprodukte verschiedenster Art gespalten und abtransportiert werden. Durch die Enzymtherapie sollen die Selbstheilungskräfte des Menschen aktiviert werden, indem diese stimuliert und unterstützt werden.

Bromelain

Bromelain ist ein eiweißspaltendes Enzym, das aus der Ananas gewonnen wird. Bromelain hat nicht nur verdauungsfördernde sondern auch immunmodulierende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung und beugt Blutgerinnseln vor (hemmt z. B. die Thrombozytenaggregation und unterstützt die Fibrinolyse). Die entzündungshemmende Wirkung beruht auf verschiedenen Mechanismen, unter anderem auf einer Beeinflussung des Prostaglandin-Thromboxan-Verhältnisses. Die entzündungshemmende Wirkung von Bromelain hilft auch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma oder Colitis ulcerosa. Ähnliche Wirkung besitzt das aus der unreifen Papaya gewonnene Papain.

Alpha-Amylase

Alpha-Amylase ist ein Enzym, das bei der Aufspaltung von Stärke und Kohlenhydraten hilft und wird in der Bauchspeicheldrüse und in den Speicheldrüsen produziert. Sie wirkt verdauungsfördernd und kann dazu beitragen, schädliche Immunkomplexe (die wiederum z.B. für Autoimmunerkrankungen verantwortlich gemacht werden) abzubauen. Gemeinsam mit Bromelain und Papain hilft sie dabei, wichtige Immunfaktoren anzuregen (Interleukine, Tumornekrosefaktor).

Lipase

Lipasen sind Enzyme, die von Lipiden wie zum Beispiel Triglyceriden und Cholesterinestern freie Fettsäuren abspalten. Sie werden daher zur Verdauung von Fetten benötigt. Hormone wie Secretin regeln ihre Ausschüttung. Die Lipase hilft, die optimale Funktion der Gallenblase zu gewährleisten und entlastet die Leber.

Lactase

Lactase spaltet Milchzucker in die Bestandteile Glucose und Galactose, die vom Körper leicht verwertet werden können. Bei einem Lactasemangel wird der Milchzucker im Dünndarm nicht vollständig aufgespaltet. Er gelangt in den Dickdarm und beginnt dort zu gären und es kommt zu Blähungen.

Cellulase

Die Cellulase wirkt an der enzymatischen Spaltung von Cellulose (und damit Ballaststoffen) mit. Sie bricht die Fasern von pflanzlicher Nahrung auf und hilft somit dabei, die Vitalstoffe dieser Nahrung besser zu verwerten. Der Mensch selbst kann keine Cellulase produzieren, er ist bei diesem Enzym auf die Versorgung durch die Darmbakterien angewiesen. Cellulase hilft bei der Vorbeugung von Blähungen, nervösen Verdauungsbeschwerden und Reizmagen.

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