AKTUELL - Frauen in der Übergangsphase

Frauen in der Übergangsphase

Wenn Nachtschweiß das Leben schwer macht

Nächtliche Hitzewallungen sind ein Hauptproblem in der klimakteriellen Phase. Der Griff zu Hormonen wird meist nicht gewollt und es gibt pflanzliche Mittel, die hier sehr hilfreich sein können. Neben Phytoöstrogenen, die das fehlende Östrogen ausgleichen, ist es vor allem der Salbei, der die Schweißproduktion reduzieren und damit das Schlafen erleichtern kann.

Die Schweißproduktion ist ein lebenswichtiger physiologischer Vorgang. Er schützt den menschlichen Organismus vor Überhitzung. Für die Regulation der Schweißproduktion ist ein Teil des vegetativen Nervensystems verantwortlich, d.h. jener Teil, den der Mensch nicht willentlich beeinflussen kann.

Im Wärmeregulationszentrum im Gehirn wird ständig die aktuelle Körpertemperatur kontrolliert und wenn sie zu hoch wird, dann schicken die Nerven des vegetativen Nervensystems einen Auftrag an die Schweißdrüsen und diese produzieren Schweiß. Die damit entstehende Verdunstungskälte soll die Körpertemperatur wieder regulieren.

Die Schweißbildung wird aber nicht nur von der Außentemperatur alleine beeinflusst sondern auch von psychischen Faktoren und von Hormonen. Die Hormonumstellungen während des Klimakteriums führen zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, die vor allem in der Nacht auftreten und die Schlafqualität immens beeinträchtigen.

Um die Hormonumstellungen während der Wechseljahre so gut wie möglich zu meistern, greifen viele Frauen verständlicherweise lieber auf die Natur zurück und verzichten, wenn möglich, auf synthetische Hormone. Es gibt verschiedenste Arzneipflanzen, die gegen die unterschiedlichsten Wechselbeschwerden helfen. Rotklee oder Soja sind reich an Isoflavonen - also pflanzlichen Östrogenen, die den menschlichen Hormonstoffwechsel beeinflussen. Zahlreiche internationale Studien belegen die positiven Effekte der Phytoöstrogene. Frauen in Asien und Lateinamerika, deren Ernährung wesentlich reicher an diesen sekundären Pflanzenstoffen ist als die von Europäerinnen, haben wesentlich weniger Beschwerden während der Wechseljahre.

Phytoöstrogene haben östrogene, antiöstrogene und antioxidative Wirkung. Durch ihre hormonähnliche Wirkung (östrogene Wirkung) können Phytoöstrogene das natürliche Hormondefizit ausgleichen und die durch den Hormonmangel bewirkten Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen etc. werden dadurch verringert.

Steht das Symptom der Hitzewallung im Vordergrund der Wechselbeschwerden so ist der Salbei das Mittel der ersten Wahl. Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, wird heute aber in allen Gärten angebaut. Alle Teile der Pflanze haben einen intensiven aromatischen Geruch. Verwendung finden allerdings nur die Blätter. Die Heilwirkung des Salbei war bereits im Altertum bekannt und die Heilpflanze wurde im Mittelalter durch Mönche über die Alpen gebracht. Salbei besitzt Einfluss auf die endokrinen Drüsen, wirkt nervenausgleichend, antibakteriell, virustatisch, fungistatisch, antioxidativ, adstringierend und schweisshemmend.

Salbei enthält zahlreiche Wirkstoffe wie z.B. Thuyon, Pinen, Cineol, Kampfer, Aspargin, Saviol, etc. Für die antihidrotische Wirkung am wichtigsten ist der Gehalt an Rosmarinsäure und es sollte nur Salbei-Extrakt mit einem Mindestgehalt an 2,5% Rosmarinsäure verwendet werden. Aber auch die ätherischen Öle sind wichtig und Salbei enthält sogar Phytoöstrogene. Wie so oft sind es sicher auch hier die Gesamtheit der Wirkstoffe, die die hervorragenden Ergebnisse bringen.

Salbei normalisiert die Schweißdrüsenabsonderung und reguliert das Zentrale Nervensystem, das ja für die Steuerung der Schweißdrüsen zuständig ist. Diese Pflanze packt die Schweißbildung also an zwei Punkten: an der Produktionsstätte und an deren Steuerungzentrale. Daher verwundert es nicht, dass Salbei zu den erfolgreichsten Schweißhemmern gezählt wird. Dies ist auch durch mehrere Studien belegt.

Zudem ist der Salbei durch seinen günstigen Einfluss auf Halsschmerzen bekannt. Doch er kann bei einer Vielzahl weiterer Erkrankungen eingesetzt werden. Nicht umsonst stammt sein Name vom lateinischen Wort „salvare = retten“ ab. So wirkt er unter anderem magenstärkend und verdauungsfördernd, weshalb er bei Magen- und Darmbeschwerden hilfreich ist. Er fördert den Stoffwechsel und hilft dadurch Übergewicht abzubauen.

Merken

© 2012 - 2021 BIOBlick - Verein für Ernährung und Gesundheit - Alle Rechte vorbehalten.