AKTUELL - Wenn die Tage kürzer werden …Winterdepression

Wenn die Tage kürzer werden …

Mit Reduktion des Sonnenlichts nehmen Depressionen zu

Unter der Bezeichnung „Winterdepression“ versteht man das saisonal-bedingte Auftreten einer depressiven Stimmungslage in der dunklen Jahreszeit (Herbst bis Frühling). Ursächlich dafür ist nicht nur das nasskalte Schmuddelwetter, das die Stimmung sicherlich auch negativ beeinflusst, sondern vor allem die geringe Lichtintensität, die auf das Auge fällt.

Die Intensität und Länge der Sonneneinstrahlung steht im direkten Zusammenhang mit der Produktion von Serotonin – dem Wach- und Glückshormon. Solange genügend Licht auf die Netzhaut des Auges fällt, wird die Information an die Zirbeldrüse im Gehirn geschickt, dass aus dem mit der Nahrung aufgenommenen Tryptophan (im Gehirn bereits umgewandelt in 5-Hydroxytryptophan) Serotonin produziert werden muss. Dieses signalisiert dem Körper den Wachzustand.

Serotonin steht für erhöhte Aufmerksamkeit. Alle Körperfunktionen sind auf den Wachzustand hin ausgerichtet, die Darmbewegung kommt in Schwung und die Stimmung steigt. Fällt wenig oder gar kein Licht auf das Auge dann wird weniger Serotonin produziert und es kommt zu Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Heißhunger.

Doch nicht nur im Winter kann es zu einem Serotoninmangel kommen, auch eine saisonal unabhängige Depression kann durch ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn ausgelöst werden. So können z.B. Stress, Vitalstoffmangel und Insulinresistenz zu einer gestörten Produktion führen.

Wer nicht gleich zu Antidepressiva greifen will, versucht zuerst mit natürlichen und pflanzlichen Mitteln seine Stimmungslage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Neben der Lichttherapie (Lampe mit einer speziell hohen Lichtintensität) gibt es verschiedene Vitalstoffe, die die Stimmungslage bessern können. Um die Serotoninproduktion zu erhöhen, sollte man so oft und so lange wie möglich einen Spaziergang an der frischen Luft halten.

Afrikanische Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia)

Griffonia ist eine verholzende Schlingpflanze, die im Regenwald Westafrikas beheimatet ist. Sie bildet schotenförmige Früchte aus, die Samen mit einem besonderen Inhaltsstoff liefern: 5-HTP = 5-Hydroxy-L-Tryptophan. Diverse Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass 5-HTP stimmungsaufhellend wirkt. Typische Dosen liegen im Bereich von 50 bis 100 mg. 5-HTP ist der unmittelbare Vorläufer des Neurotransmitters Serotonin. Griffonia kann aber noch mehr als die Stimmung aufhellen. Es verbessert den Schlaf, hilft bei Migräne und Fettsucht. 5-HTP sollte nicht gemeinsam mit anderen Antidepressiva (MAO-Hemmer, SSRI, trizyklische Antidepressiva) angewendet werden.

Safran (Crocus sativus)

Safran blüht im November zartlila und ist vor allem im Mittelmeerraum und Nahen Osten zu finden. Jede Blüte enthält einen sich in drei Narben verzweigenden Griffel. Nur diese süß-aromatisch duftenden Stempelfäden werden getrocknet als Gewürz verwendet. Leider finden, aufgrund des enorm hohen Preises von Safran, immer wieder auch Verfälschungen Einzug in ein Safran-Gewürz-Päckchen.

Safran ist nicht nur ein teures Gewürz, das den Gerichten eine besondere Note und goldgelbe Farbe verleiht sondern auch ein hervorragendes Heilmittel. Safran wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und schmerzlindernd, kräftigend und stärkend, potenzfördernd und antidepressiv. Er hilft bei Husten und Bronchitis, fördert den Schlaf und wirkt bei Koliken krampflösend. Vermutlich hilft Safran auch bei hohen Choleste­rinspiegeln und Arteriosklerose. In diversen Untersuchungen wurde die antidepressive Wirkung bereits bestätigt. So ergab eine Studie im Iran, dass Safran bei leichter bis mittelschwerer Depression eingesetzt werden kann.

Schwangere sollten auf die Einnahme von Safran verzichten, da er die Durchblutung der Gebärmutter stark anregt und daher vorzeitige Wehen auslösen kann.

Folgender Tee kann zur Stimmungsaufhellung beitragen: 3-4 Safranfäden mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen und dann abseihen.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Die Melisse oder Zitronenmelisse ist ursprünglich in Vorderasien beheimatet, fand jedoch schnell den Weg nach Europa und über die Alpen. Sie enthält Stoffe, die das vegetative Nervensystem harmonisieren. Bei Schlafstörungen und allen nervösen Leiden (Herz, Kreislauf, Magen, Darm) sowie bei Stress-Kopfschmerzen und Wetterfühligkeit ist auf die Melisse Verlass. Vor allem bei Einschlafstörungen durch Unruhe und Angst ist sie sehr zu empfehlen. Sie wirkt zwar nur leicht schlaffördernd, ist in den meisten Fällen jedoch ausreichend. In der Volksmedizin gilt die Melisse als Allheilmittel und tatsächlich wirkt sie beruhigend, krampflösend, galletreibend, appetitanregend und karminativ (Winde vertreibend). Psychosomatische Beschwerden sprechen besonders gut auf Melisse an.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Johanniskraut wird aufgrund der antidepressiven Wirkung auch als „Sonnenschein für die Seele“ bezeichnet. Zahlreiche Untersuchungen belegen die positiven Effekte bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Die aufhellende, euphorisierende Wirkung des Johanniskrauts tritt nach etwa 2-3 Wochen ein. Johanniskraut ist ein wertvolles pflanzliches Mittel, das in unserer heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung erlangt. Die heutzutage immer häufiger auftretende Mischung von Angst, Unruhe und depressiver Stimmungslage ist eine wichtige Indikation für dieses Pflanzenmittel. Johanniskraut wirkt auch mild schlaffördernd. Wichtigster Inhaltsstoff in Johanniskraut ist Hypericin. Dieses beeinflusst den Stoffwechsel der Botenstoffe wie z.B. Serotonin.

Bildverweise:

Griffonia simplicifolia: By Tiago Bahi - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38170643
Crocus sativus: By KENPEI - KENPEI's photo, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=399997

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