Laborwerte für Sie erklärt
HbA1c – der Langzeit-Zucker-Wert
Bei Verdacht auf Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) veranlasst der Arzt eine Bestimmung des HbA1c-Wertes. Dieser liefert einen Hinweis darüber, wie hoch der Blutzuckerwert durchschnittlich in den letzten 8 bis 12 Wochen war. Man verwendet diesen Wert zur Abklärung der Diagnose sowie zur Verlaufskontrolle bei der Behandlung eines manifesten Diabetes mellitus.
Hb steht für Hämoglobin. Dabei handelt es sich um den Blutfarbstoff, der in den roten Blutkörperchen zu finden ist. Glucose (= Blutzucker) kann sich an das Hämoglobin anheften und man spricht dann von HbA1c (A bedeutet adultes Hämoglobin, also Blutfarbstoff von Erwachsenen). Jeder gesunde Mensch hat eine bestimmte Menge davon. Wird bei einer Blutabnahme ein erhöhter Nüchternblutzucker-Wert festgestellt, dann wird die Bestimmung des HbA1c-Wertes veranlasst, um die Verdachts-Diagnose Diabetes mellitus zu bestätigen. Dazu nimmt man etwas Blut, normalerweise aus der Armvene, ab und ein Labor ermittelt den Wert. Es gibt auch Messungen durch einen kleinen Stich in den Finger aus Kapillarblut. Mit Hilfe des HbA1c-Wertes kann nun ein Rückschluss auf die Höhe des Blutzuckerwertes der letzten 2-3 Monate geschlossen werden.
Die Grenzwerte sind wie folgt festgelegt:
Wert in % ausgedrückt: Ergebnis
bis 5,7: kein Diabetes mellitus
5,7 – 6,4: erhöhtes Risiko, an Diabetes
mellitus zu erkranken
6,5 und höher: manifester Diabetes
mellitus
Zeigt der HbA1c-Wert ein erhöhtes Risiko an, wird der behandelnde Arzt vorerst Vorbeugemaßnahmen empfehlen. Dazu gehören mehr Bewegung, Gewichtsreduktion und Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Dies allein reicht oft schon aus, um den Langzeitzucker-Wert in den Normbereich zu bringen. Eine Kontrolle des Wertes in 3 Monaten sollte dann zeigen, ob diese Maßnahmen von Erfolg gekrönt waren. Liegt der Wert über 6,4 und ein Diabetes mellitus wurde diagnostiziert, wird der Arzt die entsprechenden Medikamente verordnen.
Der HbA1c-Wert ist weniger anfällig für kurzfristige Schwankungen als der Nüchternblutzucker-Wert. Da Diabetes mellitus ein Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Nierenschäden oder Nervenerkrankungen birgt, sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll.
