AKTUELL - Magnesium

Magnesium

Ein Mineralstoff mit vielen Wirkungen

Magnesium ist ein leistungsstarker Mineralstoff, der an fast jeder wichtigen Körperfunktion beteiligt ist. Die Wirkung vieler Enzyme ist direkt oder indirekt von Magnesium abhängig. Magnesium spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten sowie bei der Zellteilung. Die Hälfte des im Körper vorhandenen Magnesiums wird im Knochen gespeichert.

Von besonderem Interesse ist die Wirkung von Magnesium als natürlicher Kalzium-Antagonist. Dadurch kommt es zu einer Senkung der Muskelkontraktion und des Gefäßtonus. Die Erregbarkeit des Herzmuskels und damit die Gefahr von Herz-Rhythmusstörungen wird reduziert. Der Sauerstoffverbrauch des Herzens sinkt und der Blutdruck ebenso. Doch nicht nur die Funktionsfähigkeit von Herz und Kreislauf ist auf eine ausreichende Magnesium-Versorgung angewiesen, sondern auch die Fettverbrennung, Energieproduktion, Knochenbildung und Blutzuckerregulierung brauchen diesen Mineralstoff. Magnesium hilft zudem bei der Bekämpfung von Depressionen sowie bei prämenstruellem Syndrom.

Magnesium hemmt als Gegenspieler des Kalziums alle Erregungsvorgänge. Daher ist Magnesium bei krampfartigen Kopfschmerzen (auch bei Migräne), Gefäßkrämpfen und Krämpfen innerer Organe wirksam. Menschen mit nervöser Erschöpfung, leichter Reizbarkeit und funktionellen Störungen an Herz, Kreislauf und vegetativem Nervensystem profitieren ebenso von Magnesium.

Magnesium gilt als Anti-Stress-Mineral. Unter Stress freigesetzte Hormone (z. B. Adrenalin, Cortison) führen zu einer Verschiebung von Magnesium vom intrazellulären in den extrazellulären Raum. Dies trägt dazu bei, dass vermehrt Magnesium mit dem Urin ausgeschieden wird, wodurch sich ein Magnesium-Mangel entwickelt. Der Magnesium-Mangel wiederum hat aber zur Folge, dass die stressassoziierten Hormone vermehrt ausgeschüttet werden. Ein Teufelskreis also. Daher ist es in stressigen Zeiten besonders wichtig, sich ausreichend mit Magnesium zu versorgen.

Zu einem Magnesium-Mangel kann es aufgrund von Mangelernährung (einseitige Ernährung, Magen-Darm-Erkrankungen, Schilddrüsen-Erkrankungen, Diabetes) oder bei erhöhtem Bedarf (Stress, Sport) kommen. Die Abklärung eines Magnesium-Mangels ist leider schwierig, da sich dieser Mineralstoff zu 98 % intrazellulär befindet. Eine Bestimmung in Blut oder Harn kann trotzdem vorgenommen werden, man muss jedoch bedenken, dass der Wert nur bedingt aussagekräftig ist. Besonders Frauen sind häufig von einem Magnesium-Mangel betroffen. Die typische Magnesium-Mangel-Erscheinung sind Krämpfe, besonders in den Waden. Weitere Magnesium-Mangel-Symptome sind Herzrhythmusstörungen und latente Tetanie. Aber auch Müdigkeit, Schlafstörungen, Muskelschwäche und viele andere Symptome können auf einen Magnesium-Mangel hinweisen.

Magnesium ist vor allem in grünen Pflanzen enthalten (als Baustein des Chlorophylls). Besonders reiche Magnesium-Lieferanten sind auch Kakao, Weizenkeime, Sojamehl, ungeschälter Reis, Tee und Nüsse.

Die wichtigsten Magnesium-
Wirkungen im Überblick:

Anti-Stress-Mineral: Studien haben gezeigt, dass die Konzentration an Stresshormonen im Blut sinkt, wenn ein ausreichender Magnesiumspiegel vorhanden ist.

Muskelfunktion: Magnesium reguliert die Muskelkontraktion und –dilatation (An- und Entspannung); bei Magnesium-Mangel kommt es zu Krämpfen.

Herzfunktion: Magnesium senkt den Sauerstoffverbrauch und die Erregbarkeit des Herzmuskels (bessert dadurch Rhythmusstörungen). Auch der Blutdruck wird positiv beeinflusst.

Durchblutungsförderung: Magnesium erweitert die Blutgefäße.

Enzymbestandteil: Magnesium ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymen.

Energieproduktion: Magnesium hilft bei der Fettverbrennung.

Beeinflussung der Insulinwirkung

Proteinsynthese

In Nahrungsergänzungsmitteln kommen die unterschiedlichsten Magnesium-Verbindungen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich meist in der Herkunft (organisch oder anorganisch), im Magnesiumgehalt des Rohstoffes und in der Bioverfügbarkeit. Die Löslichkeit ist unter anderem abhängig vom ph-Wert. Anorganische Rohstoffe sind eher im sauren Milieu löslich und organische in weniger saurer Umgebung. Eine Kombination von anorganischen und organischen Rohstoffen ist sinnvoll. Beispiele sind:

Magnesiumcarbonat: anorganischer Rohstoff; liefert sehr große Mengen an Magnesium; altbewährt und verlässlich

Magnesiumoxid: anorganischer Rohstoff; hat den höchsten Gehalt an Magnesium; auch altbewährt und verlässlich

Magnesiumcitrat: organischer Rohstoff; Magnesiumcitrat gilt als sehr gut bioverfügbarer Mineralstoff

Trimagnesiumcitrat: organischer Rohstoff; Trimagnesiumcitrat hat eine etwas höhere Magnesiumkonzentration als Magnesiumcitrat

Magnesiumbisglycinat: organischer Rohstoff (Chelat der Aminosäure Glycin); hohe Bioverfügbarkeit, da es auch über Transportsysteme für Aminosäuren aufgenommen werden kann; aber niedriger Magnesiumgehalt; hat vor allem entspannende Wirkung

Magnesiumsuccinat: organischer Rohstoff; Magnesiumgehalt etwas besser als beim Bisglycinat; gute Bioverfügbarkeit; Succinat ist am Energiestoffwechsel beteiligt

Magnesiumcitratmalat: organischer Rohstoff; gute Löslichkeit und damit gute Bioverfügbarkeit; der Magnesiumgehalt ist eher niedrig; gute Verträglichkeit, da das Malat die laxierende Wirkung von Citrat abpuffert; Malat ist am Energiestoffwechsel beteiligt.

Werden kurzfristig hohe Magnesiumdosen, wie z. B. zur Abhilfe bei Krämpfen benötigt, dann kommen Rohstoffe zum Einsatz, die besonders hohe Gehalte an Magnesium liefern. Zur regelmäßigen Magnesiumversorgung sind keine hohen Dosen notwendig. Hier können die unterschiedlichsten Rohstoffe zur Anwendung kommen, damit die verschiedenen Bioverfügbarkeiten genutzt werden.