Flavonoide
So helfen uns die Pflanzen-Farbstoffe
Wir nehmen sie täglich über Obst und Gemüse zu uns, die Flavonoide. Es gibt eine Unmenge davon. Etwa 8000 verschiedene Arten sind bekannt. Sie erfüllen in den Pflanzen wichtige Aufgaben und haben auch positiven Einfluss auf unseren Körper. Über ihre Beeinflussung des Lipidstoffwechsels und ihre antioxidativen Eigenschaften tragen sie auch zur Vorbeugung von Durchblutungsstörungen bei.
Die schön gefärbten Blüten, die intensiven Farben mancher Früchte, sie alle haben eines gemein, sie verdanken ihre Farbe den sogenannten Flavonoiden. Der Name (flavus = gelb) würde vermuten lassen, dass es sich dabei nur um Gelbtöne handelt, jedoch bringen Flavonoide eine Bandbreite von weißen, gelben, roten und blauen Farben hervor.
Flavonoide geben den Pflanzen nicht nur Farbe, sondern erfüllen auch wichtige Aufgaben. Sie locken Bestäuber an oder schrecken Fraßfeinde ab. Die Flavonoide gehören zur großen Gruppe der Polyphenole und werden in Untergruppen eingeteilt: Flavone, Isoflavone, Flavonone, Flavanole (Catechine), Anthocyane und Anthocyanidine, Proanthocyanidine und Chalkone. Als sehr große, nicht einheitliche Gruppe ist auch ihre Löslichkeit in Wasser oder Fetten sehr unterschiedlich ebenso wie ihre Haltbarkeit und ihr Geruch und Geschmack. Beispiele für Flavonoide sind das Luteolin in der Kamille, das Rutin im Buchweizen, Genistein im Rotklee, Hesperidin und Naringenin in Zitrusfrüchten, Epigallocatechingallat im grünen Tee, oligomere Proanthocyanidine in den Traubenkernen oder die Cyanidine der Heidelbeere.
Nehmen wir Flavonoide mit der Nahrung zu uns, so entfalten diese vielfältige Wirkungen. Allen voran ist die antioxidative Eigenschaft zu nennen. Sie fangen freie Radikale ab und steigern auch die Aktivität antioxidativer Enzyme. Entzündungshemmende, antiallergische, antivirale und antibakterielle sowie neuroprotektive Eigenschaften kommen noch dazu. Weiters besitzen sie schmerzlindernde, krampflösende, blutdrucksenkende und kardioprotektive Wirkungen. Flavonoide greifen in den Lipidstoffwechsel ein, indem sie die Aufnahme und Veresterung von Cholesterin hemmen und die Bildung von Schaumzellen verhindern. Man empfiehlt Flavonoide bei Durchblutungsstörungen, zur Verbesserung der Gedächtnisleistung, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Venenproblemen sowie zur Entzündungshemmung bei viralen und bakteriellen Infektionen.
