Schilddrüse
Hat sie auch Einfluss auf unsere Psyche?
Die Schilddrüse ist ein verborgenes Steuerungszentrum für unser psychisches Wohlbefinden. Ein hormonelles Ungleichgewicht kann sich in verschiedenen Beschwerden äußern. Symptome wie Antriebslosigkeit, Angstzustände oder Melancholie können ein Hinweis auf eine Unter- oder Überfunktion sein und es sollte bei diesen immer auch daran gedacht werden, die Schilddrüsen-Funktion zu untersuchen.
Die Hormonproduktion und -freisetzung in der Schilddrüse folgt einem fein abgestimmten Regelkreislauf. Das Hormon TRH aus dem Hypothalamus (eine Region im Gehirn) und das Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) sind dafür verantwortlich. Die Schilddrüse selbst ist ein relativ kleines Organ im Halsbereich, das nur auffällt, wenn es vergrößert ist. Man spricht dann von einem Kropf. Sie ist zwar klein, aber oho, denn die Schilddrüse spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechselgeschehen, beim Wachstum sowie bei der körperlichen und geistigen Reifung. Ihre Hormone sind das T4, T3 und das Calcitonin. Schilddrüsen-Hormone fördern die Herzfrequenz, steigern die Körpertemperatur, steuern Lernprozesse, aktivieren Energiereserven und unterstützen den Eiweißaufbau. Ein Ungleichgewicht in der Hormonproduktion kann körperliche und psychische Beschwerden mit sich bringen.
Eine Unterfunktion, Hypothyreose genannt, führt zu einer Verlangsamung geistiger Prozesse. Es kommt durch die Störung des Stoffwechsels zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressiver Verstimmung und Konzentrationsproblemen. Die Unterfunktion der Thyroidea, so der lateinische Name dieser Drüse, zählt zu den häufigsten übersehenen Ursachen psychischer und kognitiver Symptome. Besonders die durch Autoimmunprozesse hervorgerufene Hashimoto-Thyreoiditis ist durch psychische Symptome geprägt. Bei älteren Personen kann die Unterfunktion sogar zu einem demenzähnlichen Bild führen.
Eine Überfunktion, Hyperthyreose genannt, ist durch Nervosität, Herzrasen, innere Unruhe, Schlafstörungen, emotionale Labilität, Reizbarkeit und Angstzustände gekennzeichnet. Insgesamt ist das psychische Wohlbefinden stark von der Schilddrüsenfunktion beeinflusst und bei länger andauernden Beschwerden sollte immer auch die Bestimmung der Schilddrüsenwerte erfolgen, um die Schilddrüse als Ursache für die Probleme auszuschließen.
