SERIE - Mikronährstoffe für das Gehirn

... für das Gehirn

Wie halten wir uns geistig fit?

Geistige Fitness ist etwas, das uns allen besonders wichtig ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt an und wir fürchten uns davor, dass wir das Mehr an Lebensjahren nicht genießen können, weil unser Gehirn nicht mehr mitmacht. Demenz ist ein Damoklesschwert, das drohend über uns hängt – in allen Staaten Europas ist die Zahl der Erkrankungen steigend.

Glaubt man den Prognosen, so dürfte sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts hin fast verdoppeln. Viele Wissenschaftler suchen nach Möglichkeiten der Therapie bzw. der Prophylaxe.

Ginkgo

Die Inhaltsstoffe des Ginkgoblattes (Flavonoide, Terpenlactone) sind ausgezeichnete Radikalfänger und hemmen den PAF (=plättchenaktivierender Faktor), der durch ein Zusammenklumpen von Blutplättchen die Durchblutung verschlechtert und auch das Entzündungsrisiko erhöht.

B-Vitamine

Jeder weiß, dass B-Vitamine für den Nervenstoffwechsel sehr wichtig sind. Vitamin B1 (auch Thiamin genannt) wird benötigt zur Produktion des Neurotransmitters Acetylcholin. Auch im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel spielt B1 eine große Rolle. Nur mit diesem Vitamin können Kohlenhydrate vollständig in Glucose zerlegt werden, das einen wichtigen Nährstoff für das Gehirn und die Nerven darstellt. Pyridoxin (Vitamin B6) gilt als Nervenvitamin, da es an der Bildung von Neurotransmittern, an der Umwandlung von Tryptophan zu Niacin und an der Synthese von Lipiden der Myelinschicht beteiligt ist. Folsäure unterstützt die Aminosäuresynthese und ist für die Nervenfunktion und die Energieproduktion wichtig. Vitamin B12 ist am Aufbau der Nervenhüllen beteiligt.

Die Kombination der Vitamine B6, B12 und Folsäure trägt zur Regulation des Homocysteinspiegels bei. Dadurch werden Durchblutungsstörungen vorgebeugt und somit Schäden des Gehirns durch Mangeldurchblutung verhindert. Ein Mangel an B-Vitaminen führt unter anderem zu Konzentrations- und Schlafstörungen, Nervenschwäche und depressiven Verstimmungen.

Cholin

Aus Cholin, das man in Eiern und Weizenkeimen findet, wird im Körper der Botenstoff Acetylcholin hergestellt. Dieser ist für die Steuerung von Nervenprozessen, Gedächtnisvorgängen, Emotionen und Stimmungen verantwortlich.

Omega-3-Fettsäuren

Diese werden meist nur mit der Vorbeugung von Durchblutungsstörungen in Verbindung gebracht, doch sie können viel mehr! Sie beteiligen sich an der Bildung von Verknüpfungen im Gehirn und ermöglichen so Denken, Erinnern und Lernen. Vor allem DHA verbessert die Gehirnfunktionen.

Carnosin

ist eine normalerweise im Körper vorkommende Eiweißsubstanz (Dipeptid), die sich aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin zusammensetzt. Das Carnosin-Niveau im menschlichen Körper sinkt mit dem Alter und entspricht in etwa der altersbezogenen Abnahme an Muskelmasse. Carnosin ist ein multipotentes Agens für Langlebigkeit, da es in verschiedene „altmachende“ Vorgänge eingreift. Es verhindert die Bildung von verzuckerten Proteinen, schützt vor Proteincarboxilierung, hindert bereits geschädigte Proteine daran, andere zu schädigen und unterstützt das proteolytische System, das schadhafte und unbrauchbare Proteine abbaut.

Als Antioxidans neutralisiert Carnosin gefährliche Freie Radikale wie Hydroxyl-Radikal, Singulett-Sauerstoff, Hyperoxid-Anion und Peroxylradikal. Im Gehirn schützt Carnosin die Nervenzellen vor Giften, Proteinüberkreuzbindungen, Glykosylierung und vor allem vor Oxidation der Zellmembranen. Beta-Amyloid (= seniles Plaquematerial, altersbedingte Ablagerungen), das in großen Mengen im Gehirn von Alzheimer-Patienten zu finden ist, schädigt die Gehirngefäße, wodurch die Nährstoffversorgung geschwächt ist und daher die Zellen noch anfälliger für schädigende Stoffe werden. Carnosin wirkt dem entgegen. Wie Laborexperimente gezeigt haben, kann Carnosin sogar den Abbau von Amyloid-Ablagerungen unterstützen.

Unsere Nährstoffreserven entscheiden darüber, ob und in welcher Menge wir die für unser Denken wichtigen Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe) bilden können. Fehlen manche Vitalstoffe, werden sie nicht ausreichend erzeugt. Mit Hilfe von Getreideflocken und -keimen, Vollkornmehl und Nüssen können wir viel Vitamin B zu uns nehmen.

Magnesium, z.B. enthalten in Kartoffeln, ist ebenso für die Neurotransmitterproduktion wichtig. Neue Studien legen nahe, dass Magnesium das Denkvermögen steigert. Im US-amerikanischen Cambridge haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Magnesium die Produktion von Botenstoffen, die Übertragung von Nervenimpulsen und die Zellteilung unterstützt. Zudem wird die Bildung neuer Synapsen angeregt. Magnesium macht aber nicht nur schlauer, sondern schützt das Gehirn auch. Studien haben gezeigt, dass bei einem Magnesiummangel das Demenzrisiko steigt. Wie genau allerdings Magnesium schützt, ist noch nicht bekannt.

Anthozyane, die in der Heidelbeere in großer Menge zu finden sind, verbessern unser Gedächtnis und reduzieren degenerative Erkrankungen des neuronalen Systems aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung. In einer Studie an älteren Probanden konnte gezeigt werden, dass die Anthozyane die Anzahl der neuronalen Signale in den Hirnzentren erhöhen und die Erinnerungsfunktion sowie die Glucosetoleranz verbessern. Zusätzlich verbesserte sich der Blutzuckerspiegel und depressive Symptome wurden gelindert.

Dass Brokkoli sehr gesund ist, ist allseits bekannt. Der Wirkstoff Sulforaphan verbessert unter anderem auch die Gedächtnisleistung und kann aufgrund starker antioxidativer Eigenschaften neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen.

Und wenn man das Gehirn schützen möchte, so sollte man bedenken, dass Alkohol als Gehirnzellenkiller gilt, und diesen daher nur in Maßen genießen.

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